Geschichte
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| August 1885 |
Der Fundort Combe Capelle wird von Abbé
Michel-Antoine Landesque entdeckt und veröffentlicht. Bis zu
den Grabungen Otto Hausers wird Combe Capelle von einer
größeren Anzahl von Ausgräbern besucht, die nicht
protokollierte und veröffentlichte Grabungen vornehmen. |
| April 1889 |
Der Schweizer Archäologe Otto Hauser
besucht erstmals das Gebiet im Tal der Dordogne. Später
läßt er sich mit seiner Familie in Les Eyzies nieder,
lebt und forscht dort, bis er bei Ausbruch des 1. Weltkrieges
überstürzt Frankreich verlassen muss. |
| 7. März 1908 |
Das Skelettes eines jugendlichen Neandertalers
wird in Le Moustier, Dép.Dordogne, auf Hausers Station 44
entdeckt. |
| 12. August 1908 |
Das Skelett des Homo neanderthalensis wird in Le
Moustier durch den Anthropologen Prof. Hermann Klaatsch aus
Breslau gehoben, dabei erfolgt die fotografische Dokumentation
durch Otto Hauser. |
| 8. Februar 1909 |
Otto Hauser erwirbt durch Pachtvertrag die
Fundstelle Combe Capelle, seine Station 46 und beginnt mit der
Anlegung eines Versuchsstollens. |
| Zwischen 10. und 14. Februar 1909 |
Otto Hauser nimmt das erste Profil der
Fundstelle auf. Erste Fotos der Grabungsstation entstehen im
März 1909. |
| 26. August 1909 |
Zwei Vorarbeiter entdecken einen menschlichen
Schädel. |
| 27. August 1909 |
Erste Besichtigung und Untersuchung des
Fundortes durch den telegraphisch herbeigerufenen Otto Hauser,
dabei die Entdeckung und Entnahme der ersten durchlochten
Schneckhäuser. |
| 12. September 1909 |
Bergung des Skelettes eines frühen Homo sapiens sapiens in
Combe Capelle durch Hermann Klaatsch und Otto Hauser.
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Skelett des Menschen von Combe Capelle |
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| 1910 |
Otto Hauser bietet die Skelette von Le Moustier
und Combe Capelle dem Königlichen Museum für
Völkerkunde in Berlin zum Kauf an. Der hohe Kaufpreis von
160 000 Goldmark kommt nur durch zahlreiche Spenden zustande.
Verzögert durch den 1. Weltkrieg wird der Ankauf erst 1918
mit Zahlung der letzte Rate abgeschlossen. |
| 1921 |
Beide Skelette werden in der Ausstellung der
vorgeschichtlichen Abteilung des Völkerkundemuseums im
Martin-Gropius-Bau gezeigt. |
| Ab 1941 |
Im Museum für Vor- und Frühgeschichte
(die seit 1930 als selbständiges Museum firmierende
vorgeschichtliche Abteilung) wird mit der Verlagerung von ca. 3
500 der unersetzlichen Objekte darunter auch die beiden
Schädel begonnen. |
| 1945 |
Aus dem letzten Auslagerungsort, dem Flakturm
Zoo, werden diese in 30 Tragekästen enthaltenen Objekte nach
Kriegsende von der Roten Armee beschlagnahmt und in die
Sowjetunion abtransportiert. |
| 1955 |
Prof. Gerhard Heberer und sein Mitarbeiter Dr.
Gottfried Kurth bergen aus dem Brandschutt des Gropius-Baus die
postcranialen Reste der Skelette von Le Moustier und Combe
Capelle. |
| 1958 |
Die Sowjetunion gibt einen Teil der
beschlagnahmten Kulturgüter an die DDR zurück, darunter
auch Teile der prähistorischen Sammlung. Mit diesem Bestand
wird 1963 auf der Museumsinsel in Ost-Berlin das Museums für
Ur- und Frühgeschichte gegründet. |
| 1965 |
Die damalige Mitarbeiterin des Museums, Henrike
Hesse, identifiziert unter dem Rückgabegut die
Schädelteile des Neandertalers aus Le Moustier. |
| 1972 |
Prof. Bernd Hermann veröffentlicht erste
Untersuchungen der postcranialen Reste des Fundes aus Combe
Capelle. |
| 1989 |
Die Mitarbeiterin im Museums für Ur- und
Frühgeschichte, Almut Hoffmann, identifiziert im Magazin die
12 durchlochten Schneckengehäuse der Kette. |
| 1990/91 |
Wiedervereinigung und Zusammenführung der
beiden Museumsteile am Standort in Berlin-Charlottenburg. |
| 27. Dezember 2001 |
Der ehrenamtliche Mitarbeiter des Museums
Dietrich Wegner und die Mitarbeiterin Almut Hoffmann
identifizieren 12 Teile des Schädel aus Combe Capelle. |
| 8. Januar 2002 |
Ober- und Unterkiefer werden von A. Hoffmann
wieder aufgefunden. |
| Mai 2002 |
Aufnahme von computerunterstützten
Volumendaten im Universitätsspital in Zürich, Grundlage
für die virtuelle Rekonstruktion des Schädels durch
Prof. Dr. Christoph Zollikofer und Dr. Marcia Ponce de
León. |
| Ab Oktober 2002 |
Weitere Untersuchungen der Schädelteile im
Museum beginnen. |
| 2003 |
Eröffnung der neuen ständigen
Ausstellung des Museums im Schloß Charlottenburg,
Langhansbau. Beide Schädel werden erstmals seit Ende des 2.
Weltkrieges wieder der Öffentlichkeit gezeigt. |