Der Fund
Combe Capelle, der Ort an dem 1909 die
bestatteten Überreste eines Menschen entdeckt wurden,
liegt in Südwestfrankreich im Départment Dordogne,
er gehört zur Commune Montferrand-du-Périgord im
Tal der Couze. Der Hang von Combe Capelle liegt oberhalb dieses
Flüßchens und war zur Zeit des Fundes fast
unbewaldet. Heute ist er mit Laubbäumen bewachsen.
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| Otto
Hauser mit dem Fund von Combe Capelle |
Am 26. August 1909, sechs Monate nach
Beginn der Ausgrabungen, meldeten Vorarbeiter telegraphisch den
Fund eines Schädels. Bereits am Tag nach der Entdeckung,
am 27. August 1909 besah Otto Hauser den von den Arbeitern als
"schönen braunen Stein" bezeichneten Fund. Bei der
behutsamen weiteren Bloßlegung des Schädels kamen
undurchlochte und durchlochte Gehäuse verschiedener
Schneckenarten zum Vorschein, die wie sich später erwies
zu einer Schmuckkette gehörten.
Prof. Hermann Klaatsch übernahm am
12. September 1909, wie ein Jahr zuvor in Le Moustier, die
Ausgrabung. Hauser assistierte und protokollierte die
Begleitfunde. Von den verschiedenen Grabungsstadien fertigte er
Fotos an. Die Lage des Schädels und der einzelnen Teile
des Skeletts wurden von Klaatsch und Hauser später
ausführlich beschrieben.
Bei dem Fund handelt es sich um die
reguläre Bestattung eines etwa 40 -50 Jahre alten Mannes,
der vor ca. 35 000 Jahren als eiszeitlicher Jäger im
heutigen Gebiet des Départments Dordogne lebte und
starb. Sein Grab enthielt zahlreiche Beigaben. Das waren nicht
nur Geräte aus Feuerstein, sondern auch durchlochte
Gehäuse von Meeresschnecken, die als eine Kette gedeutet
werden. Diese Kette, von der heute noch 12 durchlochte
Schneckenhäuser erhalten sind, kann zu den Kunstwerken des
Jungpäläolithikums (Aurignacien) gezählt
werden.
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